Wie Du negative Glaubenssätze los wirst

Ob Du glaubst Du gewinnst, oder Du verlierst –
Du hast auf jeden Fall recht !

Viele Menschen leidern unter negativen oder behindernden Glaubenssätzen und wollen sie gerne loswerden.

In diesem Blogbeitrag möchte ich Dir ein Rezept vorstellen, mit dem Du behindernde Glaubenssätze gegen bessere ersetzen kannst.

Du kannst nicht nichts tun !

Da sind wir auch schon beim Kern der Frage, warum es vielen Menschen schwer fällt, ihren Glaubensballast loszuwerden: Psychologisch gesehen ist es nicht möglich, eine Lücke zu hinterlassen. Deine negativen Glaubenssätze wirst Du nur los, wenn Du Deiner Psyche einen besseren Glaubenssatz anbietest.

Was ist eigentlich so ein “negativer Glaubenssatz” oder ein “behindernder Glaubenssatz” ?

Glaubenssätze sind Annahmen darüber, wie die Welt funktioniert und sie sind so eng mit unserer Persönlichkeit verbunden, dass sie automatisch erscheinen, wenn die Situation einen Glaubenssatz verlangt.

Beispiele für Glaubenssätze

  • Ich kann das sowieso nicht
  • Für Mädchen ist das nichts
  • Ich bin zu doof/zu zick / zu hässlich für XYZ
  • Sonntags darf man keine Wäsche raushängen
  • Man kann nur einen Partner lieben
  • u.s.w.

Im Laufe unseres Lebens haben sich zu allen möglichen Situationen Glaubenssätze angesammelt und so fest mit uns selbst veranktert, dass wir sie gar nicht mehr infrage stellen, wenn sie auftauchen.

Wie ein unumstößliches Naturgesetz stehen sie in unserer Welt und lassen sich z.T. durch nichts erschüttern – nicht einmal durch besseres Wissen.

Woher kommen diese Glaubenssätze ?

Glaubenssätze aus Dauersuggestion

Glaubenssätze speisen sich aus unterschiedlichen Quellen, die hartnäckigsten aber wohl aus unserer frühesten Kindheit.

Wer einen Vater hatte, der so stolz auf seinen Erstgeborenen war, dass er ihm schon seit seiner Geburt unentwegt mit der Aussage befeuert hat: “Du übernimmst später mal die Firma” oder “Du wirst auch Arzt – wie Dein Vater, Dein Opa und Dein Uropa…”, der fängt gar nicht erst an, darüber nachzudenken, ob es eine Alternative für ihn gibt.

In diesem Fall enstand der Glaubenssatz: “Ich werde auch Arzt, wie mein Vater, mein Opa etc.” durch Dauersuggestion.

Im positiven Sinne arbeitet ja auch die Hypnose in manchen Fällen damit; der Unterschied ist nur der, dass der Coach mit Hypnose einen Auftrag seines Kunden dafür hat…

Im schlimmsten Fall arbeite böse Mächte mit diesen Glaubenssätzen; man denke nur an die Nazis, die den Kindern des 3. Reiches schon früh die Mär von der “Herrenrasse” eingetrichtert haben.

Etwas, das nur oft genug wiederholt wird, wird eben irgendwann einmal zur Warheit – egal, wie abstrus es sein mag.

Da im Unterbewusstsein das Prinzip der Wortwörtlichkeit gilt, und Suggestionen sich am Unterbewusstsein anlagern, ist der Satz “Du bist zu dick, um eine Frau zu kriegen…” eben eine Wahrheit und bedeutet z.B. nicht “Wenn Du etwas schlanker wärst, bekommst Du eine Frau…”.

Aus diesem Grund halten sich manche Überzeugungen bei Menschen, die sie über sich haben auch noch, nachdem sie einen Zustand objektiv verändert haben (wie z.B. abgenommen zu haben).

Also… ein Teil der Glaubenssätze, mit denen wir uns später herumschlagen, kommt schlicht durch Dauersuggestion im Kindes- und Jugendalter.

Übrigens: Auch die positiven Glaubenssätze kommen daher, wie z.B. “Auf die Familie ist immer Verlass” oder “Der Mensch ist im Grunde gut”.

Aber diese Glaubenssätze stören uns ja nicht so und deshalb sind sie nicht weiter Thema dieses Beitrags.

Glaubenssätze durch Vorbilder und sozialen Druck

Manchmal braucht es auch keine Worte: Wer in einem Haushalt aufgewachsen ist, in dem die Kinder so lange am Tisch sitzen bleiben, bis auch der letzte aufgegessen hat, und der vom Babyalter sieht, dass das alle so machen, der bleibt auch ohne Worte sitzen…

Manchmal sind es auch nur die berühmten “Elefanten im Raum”, die einen still daran erinnern, was “zu tun ist” und was “keinesfalls getan werden darf”.

Negative Glaubenssätze durch hilfreiche ersetzen – so geht es

Wenn Du irgendwann in Deinem Leben an den Punkt kommst, an dem Dich ein bestimmter Glaubenssatz daran hindert, Dein Leben nach Deiner Facon zu leben, wird es Zeit, den behindernden Glaubenssatz gegen etwas besseres zu ersetzen.

Typische Anlässe, um negative Glaubenssätze zu verändern

  • Du befindest Dich zwar auf dem Weg zu einer glänzenden Juristenkarriere als Partner in der Kanzlei Deiner Mutter, aber es ödet Dich an, ständig irgendwelche Kriminellen den Hals aus der Schlinge zu ziehen.
  • Klar ist Dein Mann ein netter Kerl, aber Du stehst eben doch auf Frauen – wäre da nur nicht der behindernde Glaubenssatz “Nur Hetero-Paare sind richtige Paare !”.
  • Da Sonntag der einzige Tag ist, an dem Du als alleinerziehender Vater die Wäsche für Dich und Deine Kinder waschen kannst (weil sie da bei ihrer Mutter sind), ist der Glaubenssatz “Sonntags hängt man keine Wäsche raus !” halt unpraktisch
  • u.s.w. u.s.w.

Schritte, um Deinen behindernden Glaubenssatz gegen bessere zu ersetzen

Das Ersetzen behindernder, negativer Glaubenssätze gegen bessere erfolgt mit Hilfe dieser Schritte:

  1. Erkennen, dass Dich ein Glaubenssatz stört
  2. Akzeptieren, dass es ein Glaubenssatz ist, den Du einfach irgendwie übernommen hast
  3. Hinterfragen seiner Allgemeingültigkeit
  4. Suche nach einer hilfreicheren Alternative
  5. Testen der Alternative
  6. Ggfs. verfeinern des neuen Glaubenssatzes
  7. Testen, üben und schrittweise implementieren des neuen Glaubenssatzes

Ersetzen eines Glaubenssatzes am Beispiel “Sonntags hängt man keine Wäsche raus !”

Nachdem Du gemerkt hast, dass Dich der Glaubenssatz ganz schön in Deinem Leben behindert, fängst Du an, ihn zu hinterfragen. Folgende Fragen bieten sich an:

  • Ist der Glaubenssatz ein Naturgesetz ?
    Tipp: Wird das Gesetz an der Naturwissenschaftlichen Uni gelehrt ?
  • Gilt der überall auf der Welt ?
    Tipp: Fahr mal ans Mittelmeer und schau, wie die Menschen da mit Wäsche am Sonntag umgehen…
  • Gibt es Menschen in Deiner Umgebung, die sich an den Glaubenssatz nicht halten und dennoch überleben ?
    Tipp: Schau Dich mal in der Nachbarschaft um…
  • Gibt es vielleicht sogar Menschen, die gerade wegen des Missachtens Deines behindernden Glaubenssatzes außergewöhnlich erfolgreich sind ?
    (Der legendäre Kung-Fu-Kämpfer Bruce Lee war deshalb so erfolgreich, weil er die Regeln der alten Lehrer infrage stellte und neue Figuren der Kampfkunst kreierte).
  • u.s.w.

Nachdem Du sicher Hinweise darauf gefunden hast, dass Dein Glaubenssatz kein universelles Gesetz zu sein scheint, das so sicher wie die Umlaufbahn der Planeten unseres Sonnensystems ist (drunter geht nix !), kannst Du Dir getrost erlauben – rein hypothetisch – mal einen Glaubenssatz zu formulieren, der Dir helfen könnte…

Dieser könnte lauten:

“Womöglich darf ich auch sonntags die Wäsche raushängen…”

Bevor Du zur Tat schreitest und Dich vielleicht in eine sehr unangenehme Situation begibst, spiel das doch erstmal im Kopf durch.

Stelle Dir bitte unbedingt die Frage:

Welche Vorteile habe ich, wenn ich das mache, wie ich denke ?

Lege am besten eine Tabelle an und schreibe alle Vorteile rein !

Und danach die Frage:

Was ist das allerallerallerschlimmste, das mir passieren kann, wenn ich es mache ?

Male Dir das Horrorszenario so richtig aus…

Und danach die Frage:

Welches ist das realistischste Szenario. das eintritt, wenn ich den neuen Glaubenssatz anwende ?

In Falle der am Sonntag draußen hängenden Wäsche geht die Bandbreite der möglichen Szenarien also z.B. von:
“Die Nachbarn jagen mich geteert und gefedert durchs Dorf und hängen mich an der alten Eiche auf….”
bis hin zu:
“Na ja – vielleicht guckt der eine oder andere blöd – das war´s… “

Und jetzt bitte üben und verfeinern….

Als nächstes probiertst Du Deine Handlung basierend auf dem neuen Glaubenssatz einfach mal aus…

Hänge mal ein paar Wäschestücke am Sonntag raus… mal ein paar mehr… und guck, was passiert…

Vielleicht möchtest Du auch noch ein paar Verbesserungen / Verfeinerungen an Deinem Glaubenssatz vornehmen…

Denke sie durch und implentiere sie in Dein Tun >>> beobachte, was passiert….

Horrorszenarien treten meist nicht ein

Ehrlich gesagt kenne ich keine Fälle, in denen Horrorszenarien im Zusammenhang mit Glaubenssatzveränderungen eingetreten sind.

Im Gegenteil: Meist waren die Auswirkungen viel sanfter, als sich die Glaubenssatzträger das in ihrer schlimmsten Vision ausgemalt hatten.

Dennoch solltest Du den “Preis” für die Änderung eines Glaubenssatzes und der damit einhergehenden Konsequenz einrechnen.

Ich kenne einen Fall einer Frau, deren Vater sie tatsächlich enterbt hat, weil sie sich dagegen entschieden hatte, Ärztin zu werden.

Obwohl aus vermögendem Hause stammend, hat sie sich also ihr Studium und alles folgende selbst finanziert – durch Arbeit – und hat eine beachtliche Karriere hingelegt: Promoviert, ein Unternehmen gegründet, erfolgreich verkauft und heute arbeitet sie als gefragte Beraterin und Autorin.

Sie war allerdings bereit, den Preis ihrer Entschedung zu zahlen.

Gewonnen hat sie dabei übrigens jede Menge Selbstbewusstsein und einen unerschütterlichen Glauben an sich selbst.

Bitte sei geduldig und herzlich mit Dir…

Behindernde Glaubenssätze haben sich meist über Jahrzehnte festgesetzt und sie sind bereits in Dir entstanden, als Du noch gar keine Chance hattest, über sie zu reflektieren und sie zu hinterfragen.

Etwas, das mit so viel Energie bei Dir eingearbeitet wurde, lässt sich nicht so einfach – auf Knopfdruck – verändern.

Sei bitte deshalb geduldig mit Dir – erlaube Dir auch mal Schritte zurück (um Anlauf zu holen…) und sollte auf Deinem Weg, einen Glaubenssatz z.B. dieser auftauen: “Du bist zu blöd dafür….” oder “Du schaffst das nicht…”, dann übe vielleicht zuerst an diesen negativen Selbstbotschaften.

Denn eines ist mal sicher: Wenn Du es geschafft hast, diesen Blogbeitrag zu lesen und zu verstehen, kannst Du schon mal nicht so blöd wie ein Eimer voll Spielsand sein UND Du bist auch nicht unfähig, etwas zu schaffen – denn zumindest hast Du es ja mal geschafft, diesen Blogbeitrag zu finden.

Und ich bin sicher, Du hast schon kompliziertere Dinge in Deinem Leben “geschafft”.

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