Symptome von Burnout – daran erkennt man das Burnout-Syndrom

Um es gleich vornweg zu nehmen: Entgegen landläufiger Meinung ist es nicht so, dass die Ursache für das Burnout-Syndrom „eine Ursache“ ist die – wenn abgestellt – den Zustand ohne Burnout wieder herstellt.

Vielmehr ist es so, dass Burnout multifaktoral in unterschiedlicher Gewichtung der Faktoren ensteht, die Burnout begünstigen.

Dazu gehören innere menschliche Faktoren ebenso wie äußere Faktoren.

Anders ausgedrückt: Ungünstige äußere Faktoren wie „zu viel Arbeit“ oder „Terminstress“ müssen auf persönliche Eigenschaften von Menschen treffen, die diese Umstände dann – dynamisch – zum Burnout werden lassen.

Woran erkennt man Burnout in welcher Phase ?

Diese Frage kann man nur beantworten, wenn man gleichzeitig die Frage nach der Burnout-Phase stellt.

Burnout entsteht in einer sehr persönlichen Dynamik bei Menschen. Manche Menschen gelangen vielleicht mal auf eine untere Stufe und kriegen „irgendwie die Kurve“ und kommen da wieder raus, ohne dass sie sich jemals im Burnout empfunden haben.

Bei anderen Menschen treffen vielleicht in relativ kurzer Zeit einige Umstände und Ereignisse aufeinander und sie geraten sehr schnell in den Sog des Burnouts und rasen unbebremst mit der Nase nach vorne auf den Boden der totalen Erschöpfung.

Aus diesem kommen Betroffene oft erst nach jahrelanger Behandlung und durch völliges Umkrempeln ihres bisherigen Lebens wieder raus.

Deshalb mein Rat: Schau Dir die nachfolgend beschriebenen Symptome, die typisch für die jeweilige Stufe genau an und frage Dich, ob Du vielleicht bereits in dieser Stufe steckst.

Wenn ja, dann tu sofort etwas dagegen und warte nicht ab, bis Du auch die anderen Stufe siehst.

Dynamiken entwickeln ja gerne einen Sog, der immer stärker wird – und je früher Du etwas gegen Burnout unternimmst, desto besser kommst Du wieder aus der Burnoutspirale raus.

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Burnout: Die 12 Stufen nach Freudenberger und ihre Symptome

Burnout, ein Zustand emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung, wird oft als moderne Plage bezeichnet. Der Begriff wurde in den 1970er Jahren vom deutsch-amerikanischen Psychoanalytiker Herbert Freudenberger geprägt. Er identifizierte 12 Stufen des Burnouts, die eine schleichende Entwicklung von idealistischer Begeisterung zu totaler Erschöpfung beschreiben. In diesem Artikel werden die Symptome und Merkmale jeder dieser 12 Stufen detailliert dargestellt.

1. Stufe: Zwang, sich zu beweisen

Die erste Stufe des Burnouts ist gekennzeichnet durch einen starken inneren Drang, sich selbst und anderen die eigene Leistungsfähigkeit zu beweisen. Betroffene übernehmen oft zu viele Aufgaben und Verantwortungen, um ihre Kompetenz zu demonstrieren. Diese Übermotivation kann langfristig zu Überlastung führen.

Symptome:

  • Übertriebener Ehrgeiz
  • Perfektionismus
  • Unfähigkeit, „Nein“ zu sagen

2. Stufe: Verstärkter Einsatz

In der zweiten Stufe intensivieren Betroffene ihren Einsatz noch weiter, um ihre hohen Erwartungen zu erfüllen. Sie arbeiten länger und härter, oft auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit und Freizeit. Diese Phase kann eine Vorstufe zur chronischen Erschöpfung sein.

Symptome:

  • Verlängerte Arbeitszeiten
  • Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse
  • Verringerung sozialer Kontakte

3. Stufe: Vernachlässigung eigener Bedürfnisse

Die eigenen Bedürfnisse werden in dieser Phase immer weiter zurückgestellt. Körperliche und emotionale Warnsignale werden ignoriert, und es kommt zu einem zunehmenden Verlust an Selbstfürsorge.

Symptome:

  • Unregelmäßige Mahlzeiten oder schlechte Ernährung
  • Mangel an Schlaf
  • Vernachlässigung körperlicher Bewegung

4. Stufe Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen

In der vierten Stufe beginnt die Verdrängung von Problemen und Bedürfnissen. Betroffene erkennen zwar, dass etwas nicht stimmt, aber sie versuchen, diese Einsicht zu unterdrücken.

Symptome:

  • Leugnung von Problemen
  • Zynismus gegenüber der Arbeit oder Kollegen
  • Irrationale Reaktionen auf kleinere Schwierigkeiten

5. Stufe: Umdeutung von Werten

Die Prioritäten und Werte verschieben sich zunehmend. Beruflicher Erfolg wird über alles andere gestellt, und persönliche Beziehungen und Hobbys verlieren an Bedeutung.

Symptome:

  • Isolation von Familie und Freunden
  • Aufgeben von Freizeitaktivitäten
  • Starke Identifikation mit der Arbeit

6. Stufe: Verstärkte Verleugnung auftretender Probleme

Betroffene leugnen immer stärker die aufkommenden Probleme und werden zunehmend intolerant gegenüber anderen. Es kommt zu einem Rückzug aus dem sozialen Umfeld und zu einer emotionalen Verflachung.

Symptome:

  • Rückzug aus sozialen Aktivitäten
  • Gefühl von Unverzichtbarkeit im Job
  • Vermehrte Konflikte mit Kollegen oder Vorgesetzten

7. Stufe: Rückzug

In dieser Phase zieht sich die Person weiter zurück und zeigt ein deutliches Desinteresse an sozialen Kontakten. Der Rückzug kann auch körperlich sein, indem man sich zunehmend von der Arbeit fernhält.

Symptome:

  • Chronische Müdigkeit
  • Häufige Krankmeldungen
  • Soziale Isolation

8. Stufe: Deutliche Verhaltensänderungen

Die achte Stufe ist gekennzeichnet durch deutliche Verhaltensänderungen. Freunde, Familie und Kollegen bemerken oft als Erste diese Veränderungen. Die Betroffenen verhalten sich ungewöhnlich und irrational.

Symptome:

  • Aggressives oder unhöfliches Verhalten
  • Plötzliche Stimmungsschwankungen
  • Missbrauch von Alkohol oder anderen Substanzen

9. Stufe: Depersonalisation

Betroffene verlieren den Kontakt zu sich selbst und ihrem Umfeld. Sie fühlen sich fremd und erkennen sich in ihrem Verhalten und ihren Gefühlen nicht wieder. Diese Entfremdung führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Depressionen.

Symptome:

  • Gefühl der inneren Leere
  • Verlust des Selbstwertgefühls
  • Emotionale Taubheit

10. Stufe: Innere Leere

Das Gefühl der inneren Leere und Sinnlosigkeit wird immer dominanter. Es kommt zu einem kompletten Verlust der Lebensfreude und der Fähigkeit, positive Erlebnisse wahrzunehmen.

Symptome:

  • Apathie
  • Hoffnungslosigkeit
  • Fehlender Antrieb

11. Stufe: Depression

In der elften Stufe manifestiert sich eine schwerwiegende Depression. Betroffene erleben eine tiefe Niedergeschlagenheit und Verzweiflung. Dies kann zu Suizidgedanken führen.

Symptome:

  • Anhaltende Traurigkeit
  • Selbstmordgedanken
  • Gefühl der Wertlosigkeit

12. Stufe: Totale Erschöpfung „Der Burnout“

Die letzte Stufe des Burnouts ist durch eine totale körperliche und emotionale Erschöpfung gekennzeichnet. In diesem Stadium sind die Betroffenen oft nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen und benötigen dringend professionelle Hilfe.

Symptome:

  • Zusammenbruch
  • Völlige Arbeitsunfähigkeit
  • Dringender Bedarf an medizinischer und psychologischer Unterstützung

Nimm die Burnout-Symptome bitte sehr ernst !

Burnout ist ein ernstzunehmendes Syndrom, das sich schleichend entwickelt und ohne rechtzeitige Intervention zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen kann. Die 12 Stufen nach Freudenberger bieten eine wertvolle Orientierung, um die Anzeichen von Burnout frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Prävention und frühzeitige Behandlung sind entscheidend, um die Spirale der Erschöpfung zu durchbrechen und Betroffenen zu helfen, wieder zu einem gesunden und erfüllten Leben zurückzufinden